65 Jahre, zwei Söhne, 2 Enkelkinder
Wohnort / Ortsteil
Teisendorf
Beruf
Pflegefachkraft, Lehrer für Pflegeberufe
Mit Leib und Seele
Vokalexpress Teisendorf, Hospizverein, Gemeinsam gegen Krebs e.V., DAV, VdK, VlB
Es gibt Menschen, deren Biografie schlüssig erklärt, warum sie Menschlichkeit nicht als Schlagwort begreifen, sondern als Haltung. Rupert Übelherr ist so einer. Aufgewachsen mit neun Geschwistern, hat früh gelernt, sich durchzusetzen, ohne andere zu übertönen. Kindheit in Anger, seit 1969 in Teisendorf verwurzelt – ein Lebensweg, der von Beständigkeit geprägt ist.
Rupert Übelherr ist Pflegefachkraft und Lehrer für Pflegeberufe, war Schulleiter von Pflegeschulen. Berufe, die keine Distanz erlauben, sondern Nähe verlangen. Pflege ist für ihn keine Branche, sondern eine gesellschaftliche Verpflichtung. „Die Menschlichkeit einer Gemeinschaft zeigt sich darin, wie sie mit den Schutzbedürftigen umgeht“, sagt er. Alte, kranke Menschen und Kinder stehen im Zentrum seines Denkens.
Auch jenseits des Berufs sucht er das Zusammenspiel. In den Bergen und in Griechenland am Meer findet er Weitblick und Erdung, beim Singen, am Klavier oder an der Orgel das richtige Maß zwischen Stimme und Begleitung. Zuhören, Rhythmus, Verantwortung für das Ganze – was musikalisch gilt, prägt auch seine Haltung. Weiterentwickeln, ohne Bewährtes preiszugeben. Beteiligung ermöglichen, statt zu verordnen.
Denn die Versorgung und Betreuung Schutzbedürftiger geraten unter Druck. Fachkräftemangel und fragile Strukturen machen Pflege zu einer der größten kommunalen Herausforderungen unserer Zeit. „Versorgungsstrukturen fallen nicht vom Himmel, sie müssen vor Ort getragen werden“, sagt Rupert Übelherr. Genau hier sieht er seinen politischen Auftrag: stabilisieren, vernetzen, ausbauen.
„Versorgungsstrukturen fallen nicht vom Himmel, sie müssen vor Ort getragen werden.“
Rupert Übelherr steht weiterhin im Berufsleben und kennt die Herausforderungen der ambulanten Pflege aus der Praxis. Deshalb setzt er sich für ein Modellprojekt zur Entbürokratisierung in der ambulanten Pflege ein – mit dem Ziel, Pflegekräfte zu entlasten und wieder mehr Zeit für die Arbeit mit Patientinnen und Patienten zu schaffen. Diese Erfahrung möchte er im Gemeinderat einbringen, damit Fürsorge nicht verwaltet, sondern gelebt wird.

